Hochwasser in Bad Tölz - Tipps und Informationen für Betroffene
Vorwort
Seit der Inbetriebnahme des Sylvensteinspeichers im Jahre 1959 sind die ehemals üblichen Hochwasser der Isar bei vielen Flussanliegern in Vergessenheit geraten. Erst mit dem Pfingsthochwasser 1999 sind so manche Erinnerungen wie¬der wach geworden und in der Hoffung, dass sich so ein 200-jähriges Hochwasser in absehbarer Zeit nicht wiederholen wird, auch schnell wieder verblasst. Unvorstellbar, dass bereits nach sechs Jahren noch gewaltigere Wassermengen unsere Kreisstadt erreichten.
Da nach den Vorhersagen der Meteorologen künftig mit weiteren Hochwasserereignissen gerechnet werden muss, möchten wir Ihnen mit den nachfolgenden Informationen helfen, sich für diese Situation besser vorbereiten zu können.
Warnung - Information
Unwetterwarnungen und Hochwassermeldungen werden rechtzeitig durch Fernsehen und Rundfunk bekannt gegeben.
Abhängig von den zu erwartenden Wassermengen werden die Anlieger (Hausbesitzer) von Isar und Ellbach durch die Stadtverwaltung im Regelfall telefonisch gewarnt. Den Hausbesitzern obliegt dann die Verständigung Ihrer Mieter.
Bei entsprechenden Wetterlagen ist aber auch die Eigeninitiative der Anlieger gefordert. Insoweit wird der Anlieger auch nicht aus der Eigenverantwortung entlassen.
Während der Hochwasserphase erhalten Sie ak¬tuelle Informationen über das Bürgertelefon oder die Infoansage der Stadtverwaltung Bad Tölz.
Telefonisch können die aktuellen Pegelwerte der Isar (Brücke Bad Tölz) unter der Rufnummer 01804-370037-320 abgefragt werden.
Unter der Internetadresse http://www.hdn.bayern.de/ bietet der Hochwasser - Nachrichtendienst des Wasserwirtschaftsamtes Weilheim Informationen zu Hochwasserereignissen in noch ausführlicherer Form.
Vorbeugen in gefährdeten Räumen
Durch die steigenden Pegel der Isar besteht nicht nur die Gefahr der Überflutung, es kann auch Grundwasser durch die Kellerwände eindringen. Deshalb sollte folgendes beachtet werden:
- Keine hochwertigen Möbel/Gegenstände ab-stellen.
- Die Räume nicht mit wertvollen Bodenbelägen (Teppichböden, Holzparkett o.ä.) versehen.
- Kellerräume rechtzeitig von Wertgegenstän¬den und Elektrogeräten räumen.
- Keine gefährlichen Stoffe oder Chemikalien (Farben, Lacke, Reinigungsmittel, Dünge- und Pflanzenschutzmittel) lagern.
- Heizöltanks höher stellen und gegen Auftrieb sichern.
- Unratablagerung vermeiden – führt zu Ver-stopfung von Pumpen.
- Abdichtmaterial und Pumpen vorhalten.
- Mit Stromausfall oder Stromabschaltung muss gerechnet werden. (Taschenlampe, Kerzen, Telefon, Radio, Pumpen, Notstromaggregat vorhalten, Gefriergut nicht vergessen).
Selbsthilfe
Während der Hochwasserphase kann die Feuer-wehr nur in besonders dringenden Fällen Hilfe leisten, weil die Kräfte mit dem Bau und der Si-cherung von Hochwasserschutzmaßnahmen ausgelastet sind. Deshalb ist eine eigenverantwortliche Selbsthilfe unerlässlich.
- Einsatz eigener Pumpen mit FI-Schutzschalter
- Grundwasser nur soweit abpumpen wie unbedingt notwendig. Durch den Aussendruck des Grundwassers kann es zur Schädigung der Kellersohle kommen.
- Füllen und Abholen von Sandsäcken. Bei Bedarf wird eine Sandsackfüllstation für die Selbsthilfe eingerichtet. Ort und Zeitpunkt der Einrichtung über das Bürgertelefon oder die Infoansage der Stadt erfragen!
- Heizungsbrenner rechtzeitig abschalten damit sie ggf. in abgekühltem Zustand noch ausge¬baut werden können.
- Hochwassergefährdete Räume rechtzeitig räumen. Öltanks vor Auftrieb oder Umkippen sichern. Notfalls mit Wasser auffüllen.
- Abstellen der Gasversorgung in Absprache mit den Stadtwerken.
Hochwassergefahr droht – was tun?
- Sichern von Türen und Kellerfenstern (Schalmaterial, Folien und Sandsäcke).
- Versorgung kranker und hilfsbedürftiger Personen sicherstellen.
- Haustiere nicht vergessen.
- Gefährdete (Keller-) Räume und Tiefgaragen freimachen.
- Heizung und elektrische Geräte sichern bzw. abstellen.
- Strom in gefährdeten Räumen abschalten!
- Garagen und Parkplätze: gefährdete Fahrzeuge entfernen.
Hochwasserverlauf - Folgemaßnahmen
Ab einem Abfluss von ca. 250 m³/s (Pegel Isarbrücke ca. 200 cm), beginnt die Isar über die Ufer zu treten.
- Räumung und Sperrung des Wohnmobilparkplatzes sowie Sperrung der Isarpromenade durch die Stadt.
- Kfz im Bereich zwischen Wohnmobilparkplatz und ehem. Tennisplätzen in Sicherheit bringen. Kostenfreier Parkplatz an der Arzbacher Straße (P1).
- Kellerschächte und Zugänge zu Erdgeschoßwohnungen sichern.
- Abpumpen des Grundwassers nur bedingt sinnvoll, weil das Wasser immer wieder nach-läuft. Außerdem kann es durch Druckunterschiede Risse in der Kellersohle geben.
Ab einem Abfluss von ca. 300 m³/s (Pegel
Isarbrücke ca. 230 cm) ist mit Überflutungen im Erdgeschoßbereich zwischen dem Wohnmobilparkplatz und den ehem. Tennisplätzen sowie im unteren Parkdeck des Parkhauses zu rechnen.
- Unteres Parkdeck im Parkhaus räumen
Ab einem Abfluss von ca. 450 m³/s (Pegel
Isarbrücke ca. 285 cm) ist mit Überflutungen im Erdgeschoßbereich in der Königsdorfer Straße bei der Engstelle zu rechnen.
- Parkplatz Isarkai räumen und sperren.
- Sperrung der Königsdorfer Straße zwischen Isarbrücke und Angerstraße sowie zwischen Lindenhof und Einbachbrücke.
- Strom- / Gasabschaltung möglich.
Ab einem Abfluss von mehr als 500 m³/s (Pegel Isarbrücke mehr als ca. 300 cm) ist mit der Überflutung das Parkplatzes Isarkai, der angren¬zenden Bereiche vom Gries und der Kohlstattstraße Höhe Fußballplätze zu rechen.
- Busverkehr am Busbahnhof wird eingestellt.
- Sperrung der Lenggrieser Straße.
- Räumung des Zentralparkhauses.
- Sperrung der Bockschützstraße.
- Teilsperrung der Kohlstattstraße.
- Strom- / Gasabschaltung möglich.
Tipp:
Zur Beobachtung der Wasserpegel kann auch der Pegel „Lenggries Brücke“ Tel.: 01804-370037-319 abgefragt werden. Die Differenzwerte wirken sich in Bad Tölz ca. 1 Stunde später aus.




