Das "Ascholdinger Mädchen"


Ein besonderes Exponat im Tölzer Stadtmuseum: Das "Ascholdinger Mädchen"
Im Jahr 2000 erblickte sie zum zweiten Mal das Licht der Welt: Eine junge
Frau, deren erstes Leben im ersten Jahrhundert n. Chr. ein frühes Ende fand.
Bei Erdarbeiten unter seinem Haus stieß damals ein Bauer in Ascholding auf
ihr Skelett und meldete seinen Fund, so dass das Grab fachmännisch
dokumentiert und ausgegraben wurde.
Ein Jahrzehnt später bildet dieser Grabfund einen Teil der vor- und
frühgeschichtlichen Abteilung der neukonzipierten Dauerausstellung. Der
Anthropologe an der Staatssammlung für Anthropologie und Paläoanatomie,
George McGlynn, ermittelte interessante Details, die einen Teil der
Lebensumstände der jungen Frau erhellen. So geht McGlynn davon aus, dass
Eisenmangel oder aber starker Parasitenbefall zu ihrem frühen Tod führten.
Ein stark verkürztes Schlüsselbein deutet außerdem auf die Dauerbelastung
einer Körperseite hin, beispielsweise durch anstrengende Feldarbeit. Ein
armes Bauernmädchen wird die junge Unbekannte dennoch nicht gewesen sein -
zu teuer war der Schmuck, mit dem sie begraben worden war.
Viele andere Fragen werden jedoch freilich für immer offen bleiben. Zum
Beispiel, wie die Verstorbene hieß, ob sie Geschwister hatte und wer ihre
Eltern waren. Würden wir sie reden hören, könnten wir bestimmen, ob sie eine
Keltin war. Doch sicherlich machen diese Rätsel auch einen Teil der
Faszination aus, die vom "Ascholdinger Mädchen" ausgeht. In einem von 14 neu
konzipierten Raumeinheiten des Stadtmuseums Bad Tölz ist es seit dem 15. Mai
erstmals öffentlich zu sehen.








