So wurde aus Tollenze Bad Tölz

von den anfängen bis heute

eine gute geschichte


 

Um 1000 - Der Ursprung
Am Ufer der Isar entsteht – so wird vermutet – die Mühlensiedlung Reginried, strategisch günstig an der Kreuzung zweier Handelswege gelegen: Von Süd nach Nord verläuft die Isar, von Ost nach West die Salzstraße, eine wichtige mittelalterliche Handelsroute.

1180 - Bad Tölz zeigt sich
Der Name "Tölz" wird urkundlich erstmals um 1180 - noch in verschiedenen Schreibweisen - erwähnt. Zu dieser Zeit residiert Heinrich der Tölzer als Vertreter des bayerischen Herzogs zwischen den Mühlen auf dem Mühlfeld und einer kleinen Siedlung an der Isar auf seiner Burg. Er ist Namensgeber des aufstrebenden Orts, unter seinem Schutz entwickeln sich Handwerk und Flößerei. Das Wappentier von Tölz ist seit jener Zeit ein halber, rot bezungter goldener Löwe auf schwarzem Untergrund.

14. Jh. - Tölz wird zum Markt
1331 verleiht Kaiser Ludwig von Bayern dem Ort das erweiterte Marktrecht, die Marktstraße zwischen Mühlfeld und Isarbrücke entsteht. Das Privileg, regelmäßig Märkte abhalten zu dürfen, ist von entscheidender Bedeutung und bedingt die zunehmende Ansiedlung von Handel und Handwerk; die Marktfläche wird großzügig erweitert.
Nachdem 1453 ein großer Brand die Holzhäuser der Marktstraße, die Stadtpfarrkirche und Teile des Gries zerstört, wird die Marktstraße mit Hilfe des Wittelsbacher Herzogs Albrecht III. aus Stein wiedererrichtet. Diese Epoche wird zudem von der herzoglichen Pflegersfamilie Winzerer geprägt. Der bedeutendste, Kaspar III. Winzerer, ziert seit 1887 als Standbild die obere Marktstraße.

ab 15. Jh. - Handel und Handwerk
Die folgenden Jahrhunderte beherrschen die Flößer, die Kistler mit ihren "Tölzer Kästen", Truhen und Himmelbetten sowie die Bierbrauer das Gewerbe von Tölz.
Um 1700 existieren in dem Markt 22 Brauereien, besonders München wird von ihnen beliefert. 

17. / 18. Jh. - Tölz hat zu kämpfen
Während des Dreißigjährigen Kriegs suchen 1623 schwedische Truppen den Markt mit Plünderung und Zerstörung heim. In der Folgezeit fordert zudem die Pest zahlreiche Opfer. 

Während des Spanischen Erbfolgekriegs, in dem die Österreicher Bayern besetzen, steht Tölz im Mittelpunkt des Aufstands der Oberländer Bauern. Dieser findet 1705 in der Sendlinger Mordweihnacht - mit über 1.000 Toten - seinen tragisches Ende. 
1718 errichteten überlebende Zimmerleute die Leonhardikapelle auf dem Kalvarienberg. 
Im Jahr 1770 zerstört ein Hochwasser das Schloss, einen Ausbau der letzten Burg, südlich der oberen Marktstraße.

Ab 1845 - Von der Handwerkerstadt zum Kurort
Als der Bauernknecht Caspar Riesch 1845 am Sauersberg bei Tölz durch Zufall eine Jodquelle entdeckt, legt er unbewusst den Grundstein für einen neuen Wirtschaftszweig: den Kurbetrieb. Bäder und Kurbetriebe entstehen, eine hölzerne Wandelhalle und ein Kursaal werden gebaut. Der Tölzer Ortsteil "Krankenheil" erlebt einen rasanten Aufschwung, Mitte der 1870er- Jahre kommen bereits über 1000 Kurgäste nach Tölz.

Ab 1890 - Tölz wird bekannt
Bad Tölz zieht in der Folge auch Berühmtheiten wie die Fürstin Bismarck, Thomas Mann oder Mark Twain als Gäste an. Einer von ihnen, der Münchner Architekt Gabriel von Seidl, erlangt eine besondere Bedeutung  für die Stadt. Er gibt den noblen Kaufmannshäusern in der Marktstraße mit ihren alpenländischen Giebelfronten und Lüftlmalereien ein neues Gesicht, außerdem liefert er die Pläne für einige Privathäuser und für das Kurhaus. Sich selbst errichtet er ein eigenes Landhaus und macht Tölz somit zu seiner zweiten Heimat.

20. Jh. - Die Kur verändert Tölz
Bereits 1874 wird der Ort ans Eisenbahnnetz angeschlossen, ein Jahrzehnt später ans Stromnetz. Als einer der ersten Orte im Königreich Bayern verfügt man ab 1888 über elektrische Straßenbeleuchtung, 1899 gehen die ersten Telefone in Betrieb und 1905 knattert auf der Strecke zwischen Tölz und Lenggries erstmals ein Postwagen.

1899 erhält Tölz den Titel "Bad", sieben Jahre später wird der Markt Bad Tölz zur Stadt erhoben. Der Bädertourismus boomt. 1969 schließlich verleiht das Bayerische Innenministerium das Prädikat "Heilklimatischer Kurort".

Ab 1990 - Bad Tölz erfindet sich neu
Die Gesundheitsreformen der 1990er-Jahre bringen einen Einschnitt bei den sogenannten Sozialkuren, doch die Stadt Bad Tölz setzt auf ihre Kernkompetenzen: ein Gastgewerbe mit Herz und Tradition sowie große Erfahrung im Bereich Gesundheitsdienstleistungen. 2005 erhält Bad Tölz sogar ein weiteres Prädikat als Moorheilbad.

Auch heute noch ist die Verbindung von urbaner Infrastruktur und intakter Natur sowie die Nähe zur Metropole München attraktiv für Besuche von nah und fern. Noch immer suchen Gäste bei uns eine Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden. Im VitalZentrum findet man dafür eine Fülle von Kursen und Vorträgen. Aber auch ein hochkarätiges Kulturprogramm sowie verschiedenste Freizeitaktivitäten bietet Bad Tölz.

Städtepartnerschaften

Servus - Salut - Ciao


Bad Tölz pflegt enge und freundschaftliche Beziehungen zu zwei Partnerstädten:
den beiden Badeorten Vichy in Frankreich (seit 1966) und San Giuliano Terme in Italien (seit 2003).

2004 gründet sich der Städtepartnerschaftsverein 
Bad Tölz - Vichy - San Giuliano Terme e. V. , der ehrenamtlich aber sehr aktiv, den sozialen und kulturellen Austausch fördert, Bürgerfahrten und Veranstaltungen organisiert und die Partnerschaften mit Leben füllt.
Sie möchten gerne aktiv beim Städtepartnerschaftsverein dabei sein? www.spv-badtoelz.de

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