Stele 6

in der nachbarschaft

das prinzregent-luitpold-heim


GPS-Koordinaten für diese Station: 47.769206, 11.559886

In der Bauakte zum „Genesungsheim für arme, augenkranke Kinder“ erscheint Thomas Mann auf der Spenderliste.
Als zukünftiger Nachbar des Genesungsheims kündigte er bereits in einem Brief an den Tölzer Bürgermeister Stollreither eine Spende von 200 Reichsmark an. Die Grundsteinlegung des von Gabriel von Seidl erbauten Hauses erfolgte am 12. März 1911 zum 90. Geburtstag des Prinzregenten Luitpold.
Nach dem Krieg diente das Gebäude als Kindererholungsheim. Heute ist es eine Betreuungseinrichtung der Lebenshilfe und kann nicht besichtigt werden.

„Oben auf dem Berg liegen einige Villen mitten im Wald. Sie gehören geistigen Arbeitern, die Stille brauchen, viel
Naturschönheit und frische Luft, damit sie schaffen können.
Mitten im Wald wird ein Sanatorium für augenleidende Kinder gebaut, auf Kosten des Prinzregenten.“

Ödön Halasi Fischer in der Tageszeitung Világ vom 31.8.1913. Der Journalist interviewte Thomas Mann in seinem Tölzer Landhaus.

Das gebäude


Der "von Rothmund’sche Unterstützungsverein" errichtete das Prinzregent-Luitpold-Genesungsheim in der Hoffnung, in der guten Tölzer Höhenluft, das Augenleiden erkrankter Kinder lindern zu können. 1914 wurde das Heim eröffnet.
Während des zweiten Weltkriegs fanden Kinder aus ausgebombten Städten in dem Heim Zuflucht. In den 1950er Jahren wurde es als Erholungsheim genutzt und noch heute kommen ältere Menschen hierher und erinnern sich an ihre Kindheit in Bad Tölz.
Im Herbst 1980 schloss das Heim, wegen der geringen Nachfrage und im April 1981 löste sich schließlich auch der „von Rothmund´sche Verein“ auf. Das gesamte Vermögen ging an die Stadt Bad Tölz, mit der Bedingung, das Heim unentgeltlich für Behindertenbetreuung zur Verfügung zu stellen. Dem Wunsch entsprechend hieß die neue Einrichtung von nun an „Von-Rothmund-Schule“.
Die Von-Rothmund-Schule unterrichtet und fördert Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigungen in der geistigen Entwicklung.

thomas mann und das heim


Das Landhaus von Thomas Mann liegt in direkter Nachbarschaft zum Prinzregent-Luitpoldheim. Er unterstützte den Bau mit 200 Reichsmark. Auf einer Spenderliste im Stadtarchiv ist dieser Betrag für das „Genesungsheim für Augenkranke Kinder“ verzeichnet. Diese Spende kündigte Thomas Mann in einem Brief an Bürgermeister Stollreiter (08.02.1911) an: „…ich bin bereit zur Deckung der Baukosten für das Prinzregent Luitpold Genesungsheim 200 Mark beizusteuern…“. Thomas Mann war zur Grundsteinlegung eingeladen, doch aus einem Brief von Katia Mann an den Tölzer Bürgermeister geht hervor, dass ihr Mann an der Veranstaltung wegen Erkrankung nicht teilnehmen konnte.

zitat


In seiner Autobiographie Kind dieser Zeit erinnert sich Klaus Mann an diese Anstalt: „Später wurde ein Heim für blinde Kinder dort eingerichtet, die sich nun, weißäugig tappend, mit ihren Hunden und frommen Schwestern zwischen den Tannen ergingen; und während des Krieges wurde der Wald ein Erholungsort für kranke Soldaten.“

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